Campingplatz Kauerlach
Campingplatz Kauerlach

Geschichte des Kauerlacher Weihers

Wahrscheinlich ist, dass die die Fürstbischöfe von Eichstätt den Kauerlacher Weiher anlegten.

Wann der Kauerlacher Weiher entstand oder geschaffen wurde - dazu gibt es keine gesicherten Quellen. Im Mittelalter war Kauerlach Überschwemmungsgebiet der Schwarzach. Mäandernde Nebenarme, Totwasser, Auwälder und Feuchtwiesen prägten die Landschaft. Von Westen her mündete der Fürnaugraben in das Auengebiet der Schwarzach. Diesen Bach staute man kurz bevor er die Schwarzach erreichte mit einem hohen und langen Damm. Damit wurde der Kauerlacher Weiher geschaffen. Vermutlich ist der Kauerlacher Weiher Überrest eines Sees, der einmal die ganze Gegend beherrschte. Der Kauerlacher Weiher gehört wohl zu jenen alten Landteichen, welche wahrscheinlich schon von den Römern, vorzüglich aber von den "alten Teutschen" zum Fischfang benutzt wurden. Aber weder geologische Befunde noch historische Zeugnisse belegen diese beiden phantastischen Theorien. 
 

Wahrscheinlich ist, dass die Fürstbischöfe von Eichstätt, "um Abwechslung in Ihren Fastenspeisen zu haben, den Kauerlacher Weiher anlegten. Jedenfalls wissen wir, dass die fränkischen Weiher hauptsächlich für die Karpfenzucht geschaffen wurden. Das bestätigen Handbücher des 19. Jahrhunderts. Darin heißt es:" Das Kloster Plankstetten bekommt statt des Zehents, wenn der Kauerlacher Weiher gefischt wird, eineinhalb Zentner Fische". An anderer Stelle heißt es: Er (der Kauerlacher Weiher) ist reich an Karpfen. 

Jeden Herbst findet auch heute noch der Fischzug statt. Bis vor dem zweiten Weltkrieg war der Fischzug ein kleines Volksfest, das viele Zuschauer anlockte. Bis vor wenigen Jahren sahen die Bauern in Kauerlach, denen wie den Fischern das Recht "zum Bierausschank und auskochen" zusteht, viele Gäste. Zum Fischzug wird das Wasser des Weihers abgelassen, um die Fische bequem abfischen zu können. Mit Handnetzen werden die Fische herausgefangen, in bereits vorbereitete Hälterungsnetze eines Nebenweihers sortiert und ihrer weiteren Verarbeitung zugeführt.   

Wie in anderen oberpfälzischen oder mittelfränkischen Weihern war es früher auch beim Kauerlacher Weiher zeitweise üblich, auf dem Seegrund abwechselnd Fischzucht und Felderwirtschaft zu betreiben. Letztmals 1900 / 1921 blieb der Seegrund offen liegen, konnte sich begrünen, wurde im Frühjahr mit Ochsen ein gepflügt und mit Hafer eingesät. Da die Ernte auf dem schlammigen Boden nur teilweise eingebracht werden konnte und zudem viel mühselige Handarbeit verlangte, ließ man in späteren Jahren davon ab. Jetzt dient der Weiher ausschließlich der Fischzucht. 

Der Kauerlacher Weiher ist ein bedeutender Vogelrastplatz.

Seitdem konnte sich der Weiher mit den angrenzenden Feuchtwiesen zu einem Refugium für viele Pflanzen und Tierarten entwickeln. Selbst der interessierte Naturfreund wird freilich die meist seltenen Pflanzen und Tierarten kaum bemerken. Ihm fallen die ausgedehnten Schilfbestände, die Teichrosen und Schwertlilien auf, er sieht die Falken nach Schwalben jagen und ist erstaunt über die vielen Wildentenarten. Vieleicht fällt Ihm auf, dass das Gebiet ein überregional bedeutsamer Rastplatz für den Vogelzug ist. Wenn im September bei untergehender Sonne tausende von Staren ihre vorübergehenden Schlafplätze im Schilf aufsuchen, ist das schon ein besonderes Schauspiel. Seetaucher, wie Pracht- und Sterntaucher gehören wohl zu den seltensten Gästen. Fast alle europäischen Reiherarten, wie Purpur-, Seiden-, Silber und Kuhreiher wurden schon beobachtet. Das artenreiche Volk der Schwimm- und Tauchenten gehört zu den Stammgästen im und am Weiher. Besonders farbenprächtig erscheinen die Enten auf dem Frühjahrsdurchzug. Zu den Durchzüglern zählen auch Spieß-, Pfeif-, Schell-, Kolben- und Eiderente. Einen unvergleichlichen Anblick bieten die Insekten jagenden Seeschwalben. Von diesen eleganten Flugkünstlern zählt die Trauerschwalbe zu den Stammgästen.
Die rastenden Wasservogelscharen werden immer wieder von blitzschnell einfliegenden Greifvögeln angegriffen, und manche reisemüde Ente wird auch geschlagen. Zu den durchziehenden Greifvögeln zählen Rot- und Schwarzmilan, Fischadler, Wespenbussard, Rauhfußbussard, Wiesen- und Kornweihe und der Merlin.

Ganze Trupps von Singvögeln durchstreifen den Schilfgürtel, um sich für den Weiterzug zu stärken. Darunter befinden sich so seltene Gäste wie Bart- und Beutelmeisen. Zu einem Erlebnis der besonderen Art wird die Beobachtung des farbenprächtigen Bienenfressers, der gern von einem ufernahen Leitungsmast aus Jagd auf große Insekten macht.
In den ersten warmen Apriltagen beginnen die Vögel am Weiher mit ihrem Brutgeschäft. Gut versteckt im Schilfwald hat die Stockente ihr Nest angelegt. Die Rohrammer, eine Verwandte der Goldammer, brütet unter einem Häuflein vergilbter Rohrstengel. Exzellente Nestbauer sind der Teichrohrsänger und der Starengroße Drosselrohrsänger, die ihre Nester zwischen Schilfstengeln aufhängen. Das äußerst seltene Blaukehlchen bewohnt den Schilfrand und ist am besten bei der Nahrungssuche in den angrenzenden Wiesen zu beobachten. Dem Kuckucksweibchen gelingt es immer wieder ein Ei in ein Nest des Teichrohrsängers einzuschmuggeln. Seit einigen Jahren brütet wieder die Rohrweihe im Schilfgürtel des Weihers. Die Balzflüge der Rohrweihenmännchens gehören zu den Höhepunkten des Frühjahrs am Kauerlacher Weiher. 

Mit Sommerbeginn ist das Weihergebiet eine einzige Vogelkinderstube geworden. Besonders reizvoll sind die Entenmütter mit ihren zahlreichen Jungen. Die jungen Haubentaucher haben sich im Gefieder der Altvögel niedergelassen und werden so weite Strecken über den Weher befördert. Im nahen Uferwäldchen flötet an schwülwarmen Tagen der Pirol, der sich nur selten dem Beobachter zeigt. Die zänkisch lärmenden Blesshühner sind zahlreich am Weiher vertreten.

1966 waren die Weiher und einige angrenzende Flächen zu Landschaftsschutzgebiet erklärt worden. Diese Verordnung lief 1986 aus. Es kam zu mühevollen, oft hart geführten Diskussionen und Verhandlungen. Untere Naturschutzbehörde, Teichbesitzer, Landwirte, Jäger und politische Vertreter rangen um Ergebnisse, die der Sonderstellung des Weihers gerecht werden sollten. 

Das Ergebnis der schwierigen Verhandlungen kann sich sehen lassen. Der Kauerlacher Weiher wurde mit Teilen seiner Umgebung unter der Bezeichnung "Vogelfreistätte Kauerlacher Weiher" zum Naturschutzgebiet erklärt.

Unserer Heimat wurde damit ein Naturkleinod erhalten.

Hier finden Sie uns

Campingplatz Kauerlach

Kauerlach 4

91161 Hilpoltstein

 

Kontakt und Reservierung

Rufen Sie uns gerne an unter

 

+49 09179 965091+49 09179 965091

 

Oder nutzen Sie einfach unser Kontaktformular.